Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit: gute Laune, die anhält.
      Michel Eyquem de Montaigne (1533 - 1592), französischer Philosoph, Bürgermeister von Bordeaux



Erkenntnis des Monats
September 2017



Zu argumentieren, dass du keine Privatsphäre brauchst,
weil du nichts zu verbergen hast,
ist so, als würdest du sagen,
dass du keine Freiheit der Meinungsäußerung brauchst,
weil du nichts zu sagen hast.

Edward Joseph „Ed“ Snowden, geb. 21. Juni 1983, Whistleblower, ehemaliger CIA-Agent


                  Erkenntnisse der Vormonate

 Erkenntnis im September 2017
Die zwei größten Tyrannen der Erde:
der Zufall und die Zeit.
  Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

 Erkenntnis im August 2017
Selbstbestimmung ist die Essenz der Freiheit, nicht Mitbestimmung.
  Roland Baader (1940 - 2012)
  Deutscher Volkswirt und freier Publizist,
  Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel zum klassischen Liberalismus.

 Erkenntnis im Juli 2017
Sodann aber trachte man ganz besonders, mittels der Gesetze dahin zu wirken,
daß niemand durch Anhang oder Vermögen ein großes Übergewicht an Macht erlangt [...].
  Aristoteles, altgr. Philosoph (384 - 322 v.Chr.)
  Schüler Platons, Lehrer Alexanders des Großen.

 Erkenntnis im Juni 2017
Wieviele Dispute hätten zu einer Randbemerkung zusammengefaßt werden können,
wenn die Disputanten gewagt hätten, ihre Begriffe klar zu definieren.
  Aristoteles, altgr. Philosoph (384 - 322 v.Chr.)
  Schüler Platons, Lehrer Alexanders des Großen.

Erkenntnis im Mai 2017
Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die im Irrtum verharren, das sind die Narren.
 Friedrich Rückert, deutscher Dichter und Sprachwissenschaftler. (1788 - 1866)
 Er sprach über 40 Sprachen!

 Erkenntnis im April 2017
Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloß ein missbrauchtes Wort, ein Unbegriff, eine contradictio in adjecto, ein Schiboleth* für Philosophieprofessoren, welche, nachdem sie die Sache haben aufgeben müssen, mit dem Worte durchzuschleichen bemüht sind.
 Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph (1788 - 1860)
 Parerga und Paralipomena I, Fragmente zur Geschichte der Philosophie, §13

*Schibboleth ist ein hebräisches Wort. Im Buch der Richter (12,5-6) wird es als militärisches Codewort im Krieg der Gileaditer gegen die Efraimiter überliefert. 42.000 efraimitische Flüchtlinge wurden an den Jordan-Furten niedergemacht, weil sie Schibboleth, das »Ähre«, aber auch – wie in diesem Kontext – »Gewässer« bedeutet, fälschlich als »Sibboleth« aussprachen.

 Erkenntnis im März 2017
Es ist ein Irrtum, die Zivilisation eines Volkes der Einwirkung der Religion zuschreiben zu wollen,
und eine Torheit, wenn die Regierungen eine Religion in Schutz zu nehmen suchen.
Paßt dieselbe für das Volk, so wird sie keinen Schutz brauchen, paßt sie nicht dafür, so wird sie nichts Gutes wirken.
 Henry Thomas Buckle, engl. Historiker und Schachmeister (1821 - 1862)

 Erkenntnis im Februar 2017
Der beste Beobachter und der tiefste Denker ist immer der mildeste Richter.
 Henry Thomas Buckle, engl. Historiker und Schachmeister (1821 - 1862)

 Erkenntnis im Januar 2017
Wehe dem Lande, das sich vor Reden und Rednern zu fürchten hat.
 Christian Dietrich Grabbe, Dichter des Vormärz (1801 - 1836)

 Erkenntnis im Dezember 2016
Schloss und Schlüssel macht man nicht für treue Finger.
 Sprichwort

 Erkenntnis im November 2016
Jeder kann wütend werden, das ist einfach.
Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.
 Aristoteles, altgr. Philosoph, Lehrer von Alexander dem Großen (384 - 322 v.Chr.)

 Erkenntnis im Oktober 2016
Ich lese die Selbstbetrachtungen des Kaisers Marc Aurel, um meine Seele zu stärken, und finde einen Tröster, der noch bekümmerter ist als ich.
 Friedrich der Große (1712-1786), König von Preußen

 Erkenntnis im September 2016
Man sollte es nicht für möglich halten, aber auch die Tugenden müssen ihre Grenzen haben.
 Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph, Professor an der Universität Königsberg

 Erkenntnis im August 2016
Der sogenannte gesunde Verstand ist angeborene ignorantia.
 Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph, Professor an der Universität Königsberg

 Erkenntnis im Juli 2016
Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden;
was dagegen über allen Preis erhaben ist, hat seine Würde.
 Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph, Professor an der Universität Königsberg

 Erkenntnis im Juni 2016
Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.
 Aristoteles (384-322), altgriechischer Philosoph, Einer der Begründer d. abendländ. Philosophie

 Erkenntnis im Mai 2016
Grenzen habe ich nie gesehen,
aber ich habe gehört, dass sie in den Köpfen einiger Menschen existieren.
 Thor Heyerdahl, 1914 - 2002
norwegischer Forschungsreisender, Anthropologe, Ethnologe

 Erkenntnis im April 2016
Eine feige Politik hat noch immer Unglück gebracht.
 Otto von Bismarck,1815 - 1898, deutscher Politiker, formte aus vielen Kleinstaaten das Deutsche Kaiserreich, Begründer der staatlichen Sozialversicherungen

 Erkenntnis im März 2016
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Wasserfall des Lebens.
 Friedrich Nietzsche,1844 - 1900, deutscher Altphilologe und Philosoph

Erkenntnis im Februar 2016
Frei sein heißt nicht nur, sich von Ketten zu befreien, sondern so zu leben,
dass man die Freiheit der anderen respektiert und bestärkt.
 Nelson Mandela, geb. 1918, südafrikanischer Politiker

 Erkenntnis im Januar 2016 (zum Geburtstag meines Ehemannes Dr. Kurt Hannemann-Pohl)
Mein sind die Jahre nicht / die mir die Zeit genommen /
    Mein sind die Jahre nicht / die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein / und nehm´ ich den in acht
    So ist der mein / der Jahr und Ewigkeit gemacht.
 Andreas Gryphius, 1616 - 1664, deutscher Dichter, Dramatiker und Politiker des Barock

 Erkenntnis im Dezember 2015
Niemand ist für alles verantwortlich, aber jeder für etwas.
   Paul Gegory
Übersetzer und Filosof in Berlin. Dies ist das Motto seines neuen Buchs: "Klasse Verantwortung".

 Erkenntnis im November 2015
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzten.
   Aristoteles, 384 - 322 v.Chr
Altgriechischer Philosoph, Dozent an der Akademie zu Athen, Lehrer Alexanders des Großen, .

 Erkenntnis im Oktober 2015
In seinenTaten malt sich der Mensch.
   Johann Christoph Friedrich von Schiller (Deutscher Historiker und Dichter, 1759 - 1805)

 Erkenntnis im September 2015
Was wir sagen und schreiben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen.
   Sophie Scholl
(Deutsche Studentin, 1921 - 1943, ermordet von den seinerzeit herrschenden Hitler-Sozialisten)

 Erkenntnis im August 2015
Gern verzeihen wir unseren Freunden die Fehler, die uns nicht betreffen.
   Francois de La Rochefoucauld
   (Französischer Politiker, Offizier, Mitglied der Fronde und Literat, 1613 - 1680)

 Erkenntnis im Juli 2015
Dem Blöden fährt bei jedem sinnvollen Wort der Schrecken in die Glieder.
   Heraklit von Ephesus (etwa 540 - 480 v. Chr.)

   Erkenntnis im Juni 2015
In der Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Befolgung.
   Theodor Fontane (Deutscher Schriftsteller, Journalist und Apotheker, 1819 - 1898)

    Erkenntnis im Mai 2015
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen,
aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.
Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
   John Ruskin (Englischer Sozialreformer und Philosoph, 1819 - 1900)

    Erkenntnis im April 2015
Jeder ist der andere und keiner er selbst.
   Martin Heidegger (Deutscher Philosoph, 1889 - 1976)

    Erkenntnis im März 2015
Zwang bildet Geschicklichkeit und tötet den Geist.
   Immanuel Kant (Deutscher Philosoph, 1724 - 1804, Notizen aus dem Nachlaß)

    Erkenntnis im Februar 2015
Aus derSeele muss man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.
   Carl Philipp Emanuel Bach (Deutscher Komponist, 1714 - 1788, "Der Hamburger Bach")

    Erkenntnis im Januar 2015
Die Zukunft hat viele Namen:
Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.
   Victor Hugo (Französischer Dichter,1802 - 1885)

    Erkenntnis im Dezember 2014
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
    Douglas Adams (Englischer Schriftsteller, 1952 - 2001)

    Erkenntnis im November 2014
Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte die Bienen als Vorbild nehmen: Sie sammeln Honig, ohne die Blumen, die ihn freiwillig geben, zu zerstören. Ja, sie sind nützlich für die Blumen! Sammele also Wohlstand, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er stetig wachsen.
    Siddhartha Gautama "Buddha" (Religionsstifter, ca. 400 v.Chr.)

    Erkenntnis im Oktober 2014
Über die Kraft eines Riesen zu verfügen ist großartig.
Sie wie ein Riese einzusetzen ist Tyrannei.
    William Shakespeare (Englischer Dichter, 1564 - 1616)

    Erkenntnis im September 2014
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
    Immanuel Kant, deutscher Philosoph und Professor an der Universität Königsberg (1724 - 1804)

    Erkenntnis im August 2014
Die schönste Frucht der Selbstgenügsamkeit ist die Freiheit.
    Epikur (Altgriechischer Philosoph, 341 - 270 v.Chr.), Fragmente

              oder - deutlicher !-,
              mit den Worten des Diogenes von Sinope (siehe Dezember 2012):

Wenn Du selbstgenügsam wärest, müsstest Du dem Diktator nicht schmeicheln.

    Erkenntnis im Juli 2014
Auf das Schöne, das keine Freude bringt, verzichte ich gern
und verachte auch seine törichten Anbeter.
    Epikur, altgr. Philosoph (341 v.Chr. - 270 v.Chr.): Fragmente

    Erkenntnis im Juni 2014
Man kann sich auf zwei Arten irren.
Indem man glaubt, was nicht wahr ist.
Oder indem man sich weigert zu glauben, was wahr ist.
    Sören Kierkegaard, dän. Philosoph (1813 - 1855)

    Erkenntnis im Mai 2014
Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unserer Nase und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, sie abzunehmen.
    Ludwig J. J.Wittgenstein, österr.-brit. Philosoph (1889 - 1951)

    Erkenntnis im April 2014
          Ins Stammbuch der bildungsfeindlichen Regierenden!
Ich finde eine gewisse Freiheit auf den Hochschulen den Jünglingen äußerst nötig. Sie gehört zum Wesen und Gedeihen des Denkens.
    Immanuel Kant (Deutscher Philosoph, 1724 - 1804)

    Erkenntnis im März 2014
Das unverwechselbare an der Vernunft ist, das sie uns direkt mit der Wahrheit verbindet.
Die Wahrnehmung verbindet uns nur indirekt mit der Wahrheit.
... Die Wahrnehmung ist keine Form der Erkenntnis.
    Thomas Nagel (geb. 1937)
     seit 1980 Professor für Philosophie und Recht an der New York University

    Erkenntnis im Februar 2014
Frieden, innen und außen, beginnt mit Vertrauen.
    Jörg Zink

    Erkenntnis im Januar 2014
Wir sitzen zusammen und reden und regen einander auf, und die Augen leuchten und die Stimmen werden schallender:
ganz ebenso haben Andere gesessen, vor tausend Jahren:
es war das Selbe und es waren die Selben:
eben so wird es seyn über tausend Jahre.
Die Vorrichtung, wodurch wir dessen nicht inne werden, ist die Zeit.
  Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 22.02.1788 - 21.09.1860

    Erkenntnis im Dezember 2013
    Verlustmeldung
Der Anstand schwand in jenem Maß, 
in dem das Ich das Wir vergaß.
   Andreas Greve (* 1953, Altonaer Dichter, "Dichter Demel")

    Erkenntnis im November 2013
Es ist das schlimmste, was die Vetreter der Philosophie der Menschheit antun können,
wenn sie die Philosophie wie ein feiles Gewerbe lehren, wenn sie selbst anders leben, als man ihre Lehren leben sollte.
   Lucius Annaeus Seneca, Römischer Politiker und Schriftsteller, 1 v. Chr. - 65 n. Chr.

    Erkenntnis im Oktober 2013
Tugend will, man soll sie holen, ungern ist sie gegewärtig;
Laster ist auch unbefohlen dientsbereit und fix und fertig.
   Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Maler, Comic-Zeichner, 1832 - 1908

    Erkenntnis im September 2013
Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.
  Lucius Annaeus Seneca, Römischer Politiker und Schriftsteller, 1 v. Chr. - 65 n. Chr.

    Erkenntnis im August 2013
Wer den Hafen nicht kennt, in den er will, für den ist kein Wind richtig.
   Lucius Annaeus Seneca, Römischer Politiker und Schriftsteller,Vertreter der Spät-Stoa,
    1 v. Chr. - 65 n. Chr.

    Erkenntnis im Juli 2013
Der Wert eines Menschen bestimmt sich nach der Freiheit - nach der, die er hat, und nach der, die er bewilligt.
   Otto Flake, deutscher Schriftsteller, 1880 - 1963

     Erkenntnis im Juni 2013
Jene, die die Wahrheit kennen, sind nicht denen ebenbürtig, die sie lieben;
und die, die sie lieben, nicht denen, die sich an ihr erfreuen.
    Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 bis 479 v. Chr.

      Erkenntnis im Mai 2013
Das Merkmal der Weisheit ist, die Gegenwart richtig zu lesen und die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen.
    Homer, griechischer Dichter, um 750 v. Chr.

      Erkenntnis im März 2013
Keinem wirds gegeben ohne Ringen.
   Jacob Böhme, deutscher Philosoph, Mystiker, Schuhmachermeister, 1575 - 1624

      Erkenntnis im Februar 2013
Solange wir unsere Probleme durch Arbeit lösen können, leben wir im Paradies.
   Kurt Hannemann-Pohl, deutscher Arzt und Naturwissenschaftler, *1950

      Erkenntnis im Januar 2013
Ich bin gesund und kann arbeiten, was verlang' ich mehr?
   Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann, 1749 - 1832

      Erkenntnis im Dezember 2012
Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.
    Diogenes von Sinope, griechischer Philosoph (Vertreter der Stoa), um 400 - 323 v. Chr.

      Erkenntnis im November 2012
Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.
   Jean-Jacques Rousseau, französischer Philosoph, 1712 - 1778

      Erkenntnis im Oktober 2012
Es kann nur Gleiches von Gleichem gefaßt werden.
   Jakob Böhme, deutscher Philosoph, Mystiker, Schuhmachermeister, 1575 - 1624

    Erkenntnis im September 2012
Man muß erst so manches gelernt haben, ehe man über die Handlungsweise eines anderen richtig urteilen kann.
   Marc Aurel, römischer Philosoph, Kaiser, 121 - 180

      Erkenntnis im August 2012 (siehe auch Juli 2012)
Den wirklichen Wert eines Menschen mißt man an der Arbeit, der er nachgeht.
   Marc Aurel, römischer Philosoph, Kaiser, 121 - 180

       Erkenntnis im Juli 2012 (Zur immer noch ausstehenden Wertediskussion)
Was ist ein Wert?
Alles, was dazu beiträgt, ein sich selbst organisierendes System - ein Lebewesen, einen Staat, eine Firma usw. - zu erhalten.
     Wolfgang Deppert, deutscher Philosoph, * 1938

       Erkenntnis im Juni 2012
Wenn die Menschen nicht manchmal Dummheiten machten, geschähe überhaupt nichts Gescheites.
   Ludwig Wittgenstein, österreichisch-britischer Philosoph, 1889 - 1951

       Erkenntnis im Mai 2012
Sind geschäftig die Hände, bleibt ohne Weisheit das Herz.
   Po Chü-i , chinesicher Philosoph, 772 - 846

       Erkenntnis im April 2012
Das Dasein ist köstlich. Man muß nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.
    Giacomo Girolamo Casanova,
    italienisch-europäischer Schriftsteller und Reisender, 1725 - 1798

       Erkenntnis im März 2012
Vergnügen ist das Einzige, für das man leben sollte. Nichts macht so alt wie das Glück.
   Oscar Wilde

       Erkenntnis im Februar 2012
Ein neues Wort wirkt wie ein frischer Same, der in den Boden der Diskussion geworfen wird.
   Ludwig Wittgenstein, österreichisch-britischer Philosoph, 1889 - 1951

       Erkenntnis im Januar 2012
Die Siesta ist die Meditation des Abendlandes.
    Jack Chaboud, * 1943

       Erkenntnis im Dezember 2011
Die völlige Unverantwortlichkeit des Menschen für sein Handeln und sein Wesen ist der bitterste Tropfen,
welchen der Erkennende schlucken muß, wenn er gewohnt war, in der Verantwortlichkeit und der Pflicht
den Adelsbrief seines Menschentums zu sehen.
    Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - ein Buch für freie Geister

        Erkenntnis im November 2011
Empfindet man Respekt für Menschen, so, wie sie sind, kann man ihnen besser helfen, besser zu werden, als sie sind.
    John Gardner

       Erkenntnis im Oktober 2011
Ein unnütz Leben ist ein früher Tod.
    Johann Wolfgang von Goethe

       Erkenntnis im September 2011
Weisheit und Tugend sind wie die beiden Räder eines Karren.
    Japanisches Sprichwort

       Erkenntnis im August 2011
Ich verschwende unsägliche Mühe auf ein Anordnen der Gedanken, das vielleicht gar keinen Wert hat.
    Ludwig Wittgenstein, österreichisch-britischer Philosoph, 1889 - 1951

       Erkenntnis im Juli 2011
Ich suche ja nur die Wahrheit, sie, von der niemand je Schaden erlitten hat.
    Marcus Aurel, römischer Philosoph und Kaiser (121 - 180)

       Erkenntnis im Juni 2011
Die Seele verzichtet nur ungern auf Wahrheit.
    Epiktet

       Erkenntnis im Mai 2011
Vielleicht spielt sich das göttliche Leben neben uns ab,
und wir sitzen stumpfsinnig dabei wie ein mürrischer Hund, wenn Bachs Hohe Messe ertönt.
    Erich Brock (1889 - 1976)


       Erkenntnis im April 2011
Die Kunst, ehemals Dienerin in Tempel und Palast, ist jetzt Herrin in dürftiger Hütte.
    Max Jacob Friedländer (1867 - 1958)

       Erkenntnis im März 2011
Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, daß er nicht viele Nebenbuhler erhalten wird.
    Georg Christoph Lichtenberg

       Erkenntnis im Februar 2011
Reaktionär sein heißt, nicht an bestimmte Lösungen zu glauben,
sondern ein scharfes Gespür für die Komplexität der Probleme haben.
    Nicolás Gómez Dávila (1913 - 1994)

       Erkenntnis im Januar 2011
Wenn einem ein Philosoph antwortet, weiß man überhaupt nicht mehr, was man gefragt hat.
    André Gide, franz. Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger (1869 - 1951)

       Erkenntnis im Dezember 2010
Freiheit ist, wie Glück, dem schädlich - und jenem nützlich.
    NOVALIS = Georg Philip Friedrich von Hardenberg, dt. Schriftsteller u.Philosoph (1772 - 1801)

       Erkenntnis im November 2010
Es gibt kein besseres Mittel, das Gute in den Menschen zu wecken, als sie so zu behandeln, als wären sie schon gut.
    Gustav Radbruch, dt. Rechtsphilosoph, Reichsminister für Justiz (SPD) (1878 - 1949)

       Erkenntnis im Oktober 2010
Daß Gott uns nicht zwingt, das ist seine Härte.
    Ludwig Strauss, dt.-jüd. Schriftsteller u. Literaturwissenschaftler (1892 -1953)

       Erkenntnis im September 2010
Die Klugheit des Rationalisten ist die des Betrunkenen in der Anekdote, der seinem Hut nicht auf der dunklen Straßenseite nachforscht,
sondern auf der beleuchteten, wo er ihn besser suchen kann.
    Ludwig Strauss, dt.-jüd. Schriftsteller u. Literaturwissenschaftler (1892 -1953)

       Erkenntnis im August 2010
Kein Aufstieg ohne Treulosigkeit.
Sie wird dem zum Verhängnis, dem der Aufstieg nicht gelingt.
    Hans Albrecht Moser, schweiz. Schriftsteller (1882 - 1978)

       Erkenntnis im Juli 2010
JUPITER ODER : ARS AMANDI
Wenn Jupiter liebte kam er als Stier, als Goldregen, als Singschwan oder als Wolke.
Und er wurde geliebt, denn die Frauen lieben die Stiere, die Goldregen, die Singschwäne und besonders die Wolken.
Aber niemals kam er als Jupiter ...
    Egon Friedell, oesterr. Schriftsteller, Journalist, Schauspieler, Kabarettist (1878 - 1938)

       Erkenntnis im Juni 2010
Kenne Deine Feinde und Dich selber, dann wirst Du in hundert Schlachten nicht einmal besiegt werden.
Kennst Du den Feind nicht, wohl aber Dich selbst, dann stehst Du auf der Kippe.
Weißt Du nichts über Deinen Feind und nichts über Dich selbst, dann sei sicher, daß Du jede Schlacht verlierst.
    Sun Tzu, chinesischer Offizier, 4. Jahrhundert v.Chr, "Die Kunst des Krieges"

       Erkenntnis im Mai 2010
Alltags-Maßstab,
- Man wir selten irren, wenn man
extreme Handlungen auf Eitelkeit,   mittelmäßige auf Gewohnheit    und    kleinliche auf Furcht
zurückführt.
      Friedrich Nietzsche

       Erkenntnis im April 2010
Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.
   Johann Wolfgang von Goethe

       Erkenntnis im März 2010
Ich liebe die Großmütigen mehr als die Gerechten. Großmut geht rein auf.
Bei der aufs feinste gewogenen Gerechtigkeit bleibt immer ein trüber Rest.

   Carl Jacob Burckhardt, schweiz. Diplomat, Historiker, Essayist (1891 - 1974)

       Erkenntnis im Februar 2010
Für einen Mann, der in seinem Werkzeugkasten nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.
   Abraham Maslow, US-amerikan. Psychologe

       Erkenntnis im Januar 2010
Liebe! Und dann mache was du willst!
     Augustinus (von Hippo) (Aurelius Augustinus), spät-röm. Philosoph, "Kirchenvater" (354 - 430)

...
    Erkenntnis im Juni 2009
Offenheit ohne die Regeln des Anstands ist nichts anderes als Unhöflichkeit
     Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 - 479  v.Chr., (Staat Lu im heutigen China)

          Erkenntnis im Mai 2009:
So umschreibt Friedrich Nietzsche seine Vorstellungen vom Übermenschen:
     Die Erkennenden
     Die, die die Tugend lieben und an ihr zugrunde gehen
     Die Schamhaften des Glücks
     Die Seelentiefen
     Die Freigeister
     Die Verschwender der Seele

                 
          Erkenntnis im April 2009:
Die Welt ist für uns stets eine Antwort, die von den Fragen abhängt, die wir an sie stellen.
             Stanislaw Brzozowski    

          Erkenntnis im März 2009:
Der Weise betrachtet Himmel, Erde und die Myriaden Dinge als einen Leib.
             Wang Yang-ming (1472 - 1529)    

          Erkenntnis im Februar 2009:
Alles was ich habe, trage ich in mir.
             Lucius Annaeus Seneca (Seneca der Jüngere),
             röm. Philosoph (Vertreter der Spätstoa), Schriftsteller, Politiker (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)

          Erkenntnis im Januar 2009:
Zivilisation ist die ständige Vermehrung unnötiger Notwendigkeiten.
             Mark Twain (Samuel L. Clemens ), US-amerikan. Journalist u. Schriftsteller 1835 - 1910)

          Erkenntnis im Dezember 2008:
Gott ist Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Sättigung und Hunger.
             Heraklit (von Ephesos), altgr. Philosoph (535 v.Chr. - 475 v.Chr.)

          Erkenntnis im November 2008:
Betrachte die Gegenwart als dein Eigentum, alles andere überlasse dem Schicksal.
             Euripides, altgr. Dramatiker (480 v.Chr. - 406 n.Chr.)  

          Erkenntnis im Oktober 2008:
Da unsere Wahrnehmungen von unseren Denkprozessen gestaltet werden, fällt es uns sehr schwer, zu entdecken, was offensichtlich ist,
und zwar einfach deshalb, weil unsere alten Gedankengänge unsere Fähigkeit blockieren, Altes mit neuen Augen zu sehen.
             Gottfried Wilhelm Leibniz    

          Erkenntnis im September 2008:
Man muß lieben lernen.
             Friedrich Nietzsche    

          Erkenntnis im August 2008:
Jeder große Denker hat nur einen Gedanken. Nur Plattköpfe haben viele Gedanken.
             Arthur Schopenhauer    

          Erkenntnis im Juli 2008:
Nur der Gebildete ist frei.
             Epiktet, altgr.-röm. Philosoph (Vertreter der Spätstoa) (55 - 135)

          Erkenntnis im Juni 2008:
Sein ist Wahrgenommenwerden. Sein ist Wahrnehmen.
(Esse est percipi. Esse est percipere.)
             Berkeley    

          Erkenntnis im Mai 2008:
Er mißfällt mir. - Warum? - Ich bin ihm nicht gewachsen. -
Hat je ein Mensch so geantwortet?
             Friedrich Nietzsche    

          Erkenntnis im April 2008:
Wir urteilen nur über Modelle.
             Paul Valery    

          Erkenntnis im März 2008:
Ein Lehrer, der nicht von seinen Schülern lernt, versagt in seinem Beruf.
             Charlotte Wolff    

          Erkenntnis im Februar 2008:
Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge.
             Epiktet, altgr.-röm. Philosoph (Vertreter der Spätstoa) (55 - 135)    

          Erkenntnis im Dezember 2007 und Januar 2008:
    Außerdem selbstgewählter Spruch in der Traueranzeige meines Vaters, Dr.rer.nat. Manfred Pohl, der am 10. Dezember 2007 verstorben ist:
Ich glaube, dass wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Licht stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
             Arthur Schopenhauer    


          Erkenntnis im November 2007:
In Wirklichkeit spiegelt die Kunst den Beschauer, nicht das Leben.
             Oscar Wilde    

          Erkenntnis im Oktober 2007:
Dies ist der Grund für die Freude der Liebe, wenn sie vorhanden ist: Uns in unserem Dasein gerechtfertigt zu fühlen.
             Jean-Paul Sartre    

          Erkenntnis im September 2007:
Und indem man einen Freund liebt, liebt man das, was für einen selbst wertvoll ist.
             Aristoteles    

          Erkenntnis im August 2007:
Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände.
             Franz Grillparzer    

          Erkenntnis im Juli 2007:
Weil das Leid nicht schlimmer ist, als das Leid zu fürchten.
             Sophokles,     Trachinierinnen    

          Erkenntnis im Juni 2007:
Wovor du wegläufst und wonach du dich sehnst, beides ist in dir selber.
             Anthony de Mello    

          Erkenntnis im Mai 2007:
Geld gleicht Seewasser: Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.
             Arthur Schopenhauer    

          Erkenntnis im April 2007:
Im Reich der Wirklichkeit ist man nie so glücklich wie im Reich der Gedanken.
             Arthur Schopenhauer    

          Erkenntnis im März 2007:

   Das Zuhören ist die Seele des Gesprächs.
             Gerd B. Achenbach (siehe Kontakte & Links)    

          Erkenntnis im Februar 2007:
   Das Unglück des Bösen liegt wirklich in seinem eigenen Wesen begründet:
in seiner Äußerlichkeit und in seinem Unvermögen, überhaupt irgend etwas von innen her aufzugreifen und mit ganzem Einsatz durchzustehen.
             Eugen Drewermann,   "Frau Holle"    

          Erkenntnis im Januar 2007:
   Zum Ökosystem tragen auch kleine Tiere bei:
Also nicht immer auf die Liebe starren, sondern auch ein Herz und ein Auge haben für die Freundlichkeit, die Zuwendung, die Aufmerksamkeit, die Großzügigkeit, das Verzeihen, auch für die Nachsicht und die Gnade.
Und daran denken, daß die Gerechtigkeit bisweilen einzuschreiten hat gegen die Ausnützungen der Liebe!
             Paul Gregory,   Filosof und Übersetzer in Berlin    

          Erkenntnis im Dezember 2006:
Das Licht der Chance wird wachgehalten in den Glanzstücken der Kunst, doch die Chance ist eine Frau,
sie wartet darauf, daß man ihr das Kleid auszieht.
             Georges Bataille    

          Erkenntnis im November 2006:
Zur Wahrscheinlichkeit gehört immer, daß das Unwahrscheinliche eintritt.
             Aristoteles    

          Erkenntnis im Oktober 2006:
Ohne die Klasse der Müßiggänger wären die Menschen heute noch Barbaren.
             Bertrand Russell    

          Erkenntnis im September 2006:

Unser Neid dauert stets länger als das Glück derer, die wir beneiden.
             La Rochefoucauld    

          Erkenntnis im August 2006:
Man kann nicht in Freude leben, ohne vernünftig, edel und gerecht zu leben,
aber auch umgekehrt kein vernünftiges, edles und gerechtes Leben führen, ohne in Freude zu leben.
Man kann es aber nicht, wenn jene Voraussetzungen fehlen.
             Epikur    

          Erkenntnis im Juli 2006:
Wenn die Furcht vor den Naturerscheinungen, die Besorgnis, der Tod habe für uns vielleicht doch etwas zu bedeuten
und die Unkenntnis über die Grenzen der Schmerzen und Begierden uns nicht beunruhigten,
dann brauchten wir keine Naturerkenntnis.
             Epikur    

          Erkenntnis im Juni 2006:
Was nützt dir Liebe, Glück, Bildung, Reichtum, wenn du dir nicht die Zeit nimmst, sie in Muße zu genießen?
             Emilie von Gleichen-Rußwurm    

          Erkenntnis im Mai 2006:
Der Poet versteht die Welt besser als der Wissenschaftler.
             Novalis    

          Erkenntnis im April 2006:  
Die Gerechtigkeit ist der Zukunft geweiht,
es gibt Gerechtigkeit nur dann, wenn sich etwas ereignen kann, was als Ereignis die Berechnungen,
die Regeln, die Programme, die Vorwegnahmen usw. übersteigt.
             Jacques Derrida    

          Erkenntnis im März 2006:       
Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz.
             Karl Jaspers    

          Erkenntnis im Februar 2006:            
Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit.
             Ludwig Wittgenstein    

          Erkenntnis im Januar 2006:            
Da fragt man, warum sterben Kinder, junge Menschen, die nur so kurze Zeit gelebt haben.
Woher wißt ihr, daß sie nur kurze Zeit gelebt haben?
Das ist euer grobes Zeitmaß, das Leben wird aber nicht nach der Zeit gemessen.

Das ist dasselbe, als wollte man fragen: Warum sind dieser Ausspruch, dieses Poem, dieses Bild, dieses Musikstück so kurz geraten, warum hat man sie abgebrochen und nicht bis zum Maße der längsten Reden und Stücke, der größten Bilder ausgedehnt?
Wie das Maß der Länge nicht auf die Bedeutung (die Größe) von Werken der Weisheit und der Dichtung anwendbar ist, so auch nicht auf das Leben.

Woher wißt ihr, welch inneres Wachstum diese Seele in ihrer kurzen Frist durchlaufen und welchen Einfluß sie auf andere gehabt hat?
             Leo N. Tolstoi, Tagebuch 1907    

          Erkenntnis im Dezember 2005:            
Kenntnisse kann jeder haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
             Friedrich II. von Preussen    

          Erkenntnis im November 2005: 
Ich jedenfalls, Herr, quäle mich damit ab, und an mir selbst quäle ich mich ab.
Zu einem Gelände voll Mühsal und Schweiß bin ich mir geworden.
Und dabei geht es nicht darum, die Himmelsräume zu erforschen
oder die Sternabstände zu vermessen oder das Gewicht der Erde zu bestimmen:
Um mich selbst geht es, um mich, der ich mich erinnere, um mich als Geist.
             AUGUSTINUS,     Bekenntnisse    

          Erkenntnis im Oktober 2005:     
Nichts in und von dieser Welt, und sogar außerhalb von ihr, kann ohne Einschränkung als gut begriffen werden,
außer ein guter Wille ..
             Immanuel Kant    

          Erkenntnis im September 2005:            
Wir fühlen, daß, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind,
unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt worden sind.
             Ludwig Wittgenstein    

          Erkenntnis im August 2005:            
Die Lebenskunst besteht darin, aus jeder Blüte Honig zu saugen.
             Heinrich von Kleist    

          Erkenntnis im Juli 2005:            
In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.
             Friedrich Nietzsche    

    Erkenntnis im Juni 2005:           
Der körperliche Zustand hängt sehr viel von der Seele ab.
Man suche sich vor allem zu erheitern und von allen Seiten zu beruhigen.
             Wilhelm von Humboldt    

    Erkenntnis im Mai 2005:            
Man soll aber wissen, daß der Krieg das Gemeinsame ist und das Recht der Streit,
und daß alles durch Streit und Notwendigkeit zum Leben kommt.
             Heraklit,     Fragmente    

    Erkenntnis im April 2005:            
Ich habe keine Hoffnung für die Zukunft nötig.
Ich brauche sie nicht, weil ich ja einfach die Möglichkeiten vor Augen habe, die bestehen. ..
Ich sehe also überall Möglichkeiten
und je mehr ich mich von Liebhabereien, also Sympathie, Pessimismus, Antipathie, freihalte,
um so besser sehe ich die unendlich vielen Möglichkeiten, die ein Mensch hat, täglich hat
- ob immer hat, weiß man nicht - aber jetzt noch hat, immer noch hat.
             Joseph Beuys    

    Erkenntnis im Maerz 2005:        
Man stirbt immer zu früh - oder zu spät.
Aber das Leben ist nun einmal da zu Ende;
der Strich ist gezogen, es gilt, die Rechnung abzuschließen.
Du bist, was dein Leben ist.
             Jean Paul Sartre    

    Erkenntnis im Februar 2005:          
Alle Philosophien sind letzen Endes Unsinn.
Einige jedoch sind größerer Unsinn als andere.  
         Samuel Butler

    Erkenntnis im Januar 2005:           
Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben - das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens, die Größe der Tat, die Herrlichkeit der Kraft
- denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch - recht gelebt - macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
Drum achte gut auf diesen Tag!              Weisheit des Sanskrit    

    Erkenntnis im Dezember 2004:            
Das Seltsame an der Beschleunigung ist doch, dass vieles, was wir gestern noch für möglich gehalten haben,
heute allgemein üblich geworden ist, dass das, was wir gestern fürchteten - oder ersehnten - gar nichts Besonderes mehr ist:
nichts besonders Schreckliches und nichts besonders Schönes. Keine Katastrophe und kein wirklicher Gewinn.
Die Apokalypsen und Ideen haben uns einfach nur enttäuscht.
Es hat sich einfach nur ereignet, und wir sind, ohne dass wir es gemerkt hätten, mit unserer Welt anders geworden.
                      Karl Markus Gauss     "Von nah, von fern. Ein Jahrbuch"

    Erkenntnis im November 2004:        
Mit stärkstem Licht kann man die Welt auflösen.
Vor schwachen Augen wird sie fest,
vor noch schwächeren bekommt sie Fäuste,
vor noch schwächeren wird sie schamlos
und zerschmettert den, der sie anzuschauen wagt.
             Franz Kafka

    Erkenntnis im Oktober 2004:          
"Schlimm! Schlimm! Wie? geht er nicht - zurück?"
- Ja! Aber ihr versteht ihn schlecht, wenn ihr darüber klagt.
Er geht zurück, wie jeder, der einen großen Sprung tun will. --
             Friedrich Nietzsche    in "Jenseits von Gut und Böse"
     
    Erkenntnis im September 2004:         
Hilf dem, der dessen bedarf ...
Allen Menschen freilich kann man es nicht recht machen,
aber wenn man immer konsequent und weise handelt, so werden uns wenigstens die Besseren nicht verkennen.
Schwäche ist nicht Güte, und verweigern, was man vernünftigerweise nicht zugestehen kann, heißt nicht, hartherzig sein.
             Freiherr von Knigge  (1752 - 1796)  in "Über den Umgang mit Menschen"
     
         Erkenntnis im August 2004:   
Einen Menschen lieben, heißt sagen: "Du aber wirst nicht sterben."
             Gabriel Marcel in "Das ontologische Geheimnis
     
         Erkenntnis im Juli 2004:   
Glück stärkt den Körper, doch nur Kummer fördert die Kräfte des Geistes.
             Marcel Proust
     
         Erkenntnis im Juni 2004:           
Wir haben alle unsere Philosophien, ob wir dessen gewahr werden oder nicht, und die taugen nicht viel.
Aber ihre Auswirkungen auf unser Handeln und unser Leben sind oft verheerend.
Deshalb ist der Versuch notwendig, unsere Philosophien durch Kritik zu verbessern.
Das ist meine einzige Entschuldigung dafür, dass es überhaupt noch Philosophie gibt.
             Karl Popper
     
         Erkenntnis im Mai 2004:            
    Vom Baum der Erkenntnis.
- Wahrscheinlichkeit, aber keine Wahrheit: Freischeinlichkeit, aber keine Freiheit, -
diese beiden Früchte sind es, derentwegen der Baum der Erkenntnis nicht mit dem Baum des Lebens verwechselt werden kann.
              Friedrich Nietzsche in "Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister"
     
         Erkenntnis im April 2004:      
    Es gibt ... ein Heilmittel für die Seele: die Philosophie.
              Cicero
     
         Erkenntnis im März 2004:      
   Ein Mensch, der kein beständiges principium seiner Handlungen, mithin keine Einförmigkeit hat, hat keinen Charakter.
              Immanuel Kant
     Am 12. Februar 2004 gedachten wir Kants 200. Todestages.

         Erkenntnis im Februar 2004:
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
              Vaclav Havel
     

         Erkenntnis im Januar 2004:
         Jede Emotion
- ob Eifersucht, Verlegenheit, Fanatismus oder Empörung -
birgt ein metaphysisches und ethisches Mikrosystem in sich,
mithin ein Stück Philosophie, das wir entsprechend würdigen sollten.
              Robert C. Solomon in "Gefühle und der Sinn des Lebens"
     

         Erkenntnis im Dezember 2003:
         Ich weiß Dir Dank dafür, daß Du mich so hinnimmst, wie ich bin.
Was habe ich mit einem Freund zu tun, der mich wertet?
Wenn ich einen Hinkenden zu Tisch lade, bitte ich ihn, sich zu setzen, und verlange von ihm nicht, daß er tanze.
              Antoine de Saint-Exupéry
     

         Erkenntnis im November 2003:
        Wo wir unsterblich sind
Wir sind sterblich als bloßes Dasein,   unsterblich, wo wir zeitlich erscheinen als das was ewig ist.
Wir sind sterblich als Lieblose,   unsterblich als Liebende.
Wir sind sterblich in der Unentschiedenheit,   unsterblich im Entschluß.
Wir sind sterblich als Naturgeschehen,   unsterblich, wo wir uns in unserer Freiheit geschenkt werden.
              Karl Jaspers
     

         Erkenntnis im Oktober 2003:
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind. Andere gibt's nicht!
              Konrad Adenauer
     

         Erkenntnis im September 2003:
Nichts ist heiterer, munterer und fröhlicher, ja scherzhafter als die philosophischen Untersuchungen.
              Michel de Montaigne
     

         Erkenntnis im August 2003:
Humor ist die Erkenntnis der Grenze, verbunden mit grenzenloser Erkenntnis.
              Gerhart Hauptmann
     

         Erkenntnis im Juli 2003:
Trachte danach, Deine Gedanken unter Deine Kontrolle zu bringen.
              Siddhartha Gautama, Buddha
     

         Erkenntnis im Juni 2003:
Wir brauchen eine Handvoll Narren!    Seht, wohin uns die Vernünftigen gebracht haben.
              G. B. Shaw
     

         Erkenntnis im Mai 2003:
Wir erkennen die Wahrheit nicht nur durch die Vernunft, sondern auch durch das Herz;
in der Weise des letzteren kennen wir die ersten Prinzipien,
und vergeblich ist es, daß die urteilende Vernunft, die hieran nicht beteiligt ist, sie zu bekämpfen versucht.

              Blaise Pascal, Gedanken
     

         Erkenntnis im April 2003:
Nicht was die Dinge im äußeren Zusammenhang der Erfahrung wirklich sind,
sondern was sie für uns in unserer Auffassung sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
              Arthur Schopenhauer
     

         Erkenntnis im März 2003:
Darum ist alles philosophisch Gesagte so karg.
Denn es erfordert die Ergänzung aus dem eigenen Sein des Hörenden ...
Ein jeder versteht in ihr, was er eigentlich schon wußte.
              Karl Jaspers
     

         Erkenntnis im Februar 2003:
Was hat der Liebende seiner Geliebten zu bieten? Ein Rezept? Eine Antwort?   Nein  -  sich!
Und je vielfältiger und differenzierter dieser Liebende ist, desto mehr bietet er der Geliebten.
              Gerd Achenbach
     

         Erkenntnis im Januar 2003:
Man kann nicht in Freude leben, ohne vernünftig, edel und gerecht zu leben,
aber auch umgekehrt kein vernünftiges, edles und gerechtes Leben führen, ohne in Freude zu leben.
              Epikur
     

         Erkenntnis im Dezember 2002:
Ich war einmal, wo immer man mich antraf, ein glücklicher Mensch.
Glücklich sein aber heißt, daß du dir selbst ein gutes Schicksal sicherst.
Gute Schicksale aber sind Gutartigkeit der Seele, gute Neigungen und gute Handlungen.
              Marc Aurel, römischer Philosoph, Kaiser, 121 - 180: "Selbstbetrachtungen"
     

         Erkenntnis im November 2002:
Einer sei jung, schön, reich und gelehrt,
so fragt sich, wenn man sein Glück beurteilen will, ob er dabei heiter sei;
ist er hingegen heiter, so ist es einerlei, ob er jung oder alt, gerade oder buckelig, arm oder reich sei, er ist glücklich.
              Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 22.02.1788 - 21.09.1860
     

         Erkenntnis im Oktober 2002:
Dumme Gedanken hat jeder - nur der Weise verschweigt sie.
              Wilhelm Busch

         Erkenntnis im September 2002:
Für eine Weile hinter dem Vorhang zu verschwinden, gibt Kraft für neue Auftritte.
              Wybranietz

         Erkenntnis im August 2002:
Philosophie ist eigentlich Heimweh - Trieb überall zu Hause zu sein.
              Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772 - 1801)
      Diesen Satz entdeckte ich in Weimar, wo er hoch an einem Giebel zu lesen ist.

         Erkenntnis im Juli 2002:
Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie zu betreiben.
              Georg Christoph Lichtenberg
     

         Erkenntnis im Juni 2002:
Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit: gute Laune, die anhält.
              Michel de Montaigne
     

         Erkenntnis im Mai 2002:
Sagt jemand zu dir: der oder jener hat dir Übles nachgeredet, so rechtfertige dich nicht erst lange, sondern antworte:
Er kennt eben meine anderen Fehler nicht, sonst hätte er wohl noch mehr gesagt.
              Epiktet
     

         Erkenntnis im April 2002:
Es ist ein Denken, das dem Menschen nicht gestattet, sich zu verschließen.
Es duldet nicht das Ausweichen dessen, der sich nicht zu nahe treten lassen will, macht unruhig den blinden Glückswillen, die Zufriedenheit im Triebhaften und die Enge in den Daseinsinteressen.
Dieses Denken schließt auf und fordert die Gefahr in der Offenheit.
              Karl Jaspers in "Die großen Philosophen" über Sokrates
     

         Erkenntnis im März 2002:
Oft sagte er [Sokrates] beim Anblick der massenhaften Verkaufsartikel zu sich selbst:
"Wie zahlreich sind doch die Dinge derer ich nicht bedarf!"
              Diogenes Laertius II, 25

         Erkenntnis im Februar 2002:
Sollte jedoch jemand behaupten, das Lustvolle und das Schöne übten Zwang aus, denn sie nötigten als Mächte, die außerhalb des Handelnden stehen, dann geschähe auf diese Weise alles Handeln unter Zwang, denn die genannten Werte sind für jeden das Ziel jeglichen Handelns. Und wer unter Zwang und wider sein Wollen handelt, tut es unfroh, während das Handeln um des Lustvollen und Edlen willen von Freude begleitet ist. Es ist also lächerlich, wenn man den äußeren Umständen die Schuld gibt und nicht sich selbst, da man so leicht durch solche Reize zur Strecke gebracht wird, und wenn man eine schöne Tat sich selbst, ein schimpfliches Versagen aber den Lockungen der Lust zuschreibt.
So bleibt denn das Ergebnis: gewaltsam ist ein Vorgang, dessen bewegendes Prinzip von außen her eingreift, ohne daß der Bezwungene irgendwie mitwirkt.
              Aristoteles, Nikomachische Ethik

         Erkenntnis im Januar 2002:
Das eine, was not tut. -
Eins muß man haben: entweder einen von Natur leichten Sinn oder einen durch Kunst und Wissen erleichterten Sinn.
              Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches
oder - so ergänzen wir - durch Philosophie erleichterten Sinn!

         Erkenntnis im Dezember 2001:
Neid ist "versteckte Bewunderung" und "unglückliche Selbstbehauptung".
              Sören Kierkegaard

         Erkenntnis im November 2001:
Wollen wir uns gegenseitig verstehen, müssen wir einander ein wenig ähnlich sein. Aber um uns zu lieben, müssen wir auch ein wenig unterschiedlich sein.
              Paul Géraldy

         Erkenntnis im Oktober 2001:
Gefühle und Verantwortung:
.. Während man Ausbrüche früher auf überwältigende Leidenschaften schieben konnte, darf man heute angesichts des nachfreudschen Offenheitsfetischismus und der neoromantischen Attacken gegen Gehemmtheit und Zugeknöpftheit noch die letzten Gemeinheiten herauslassen und zeitweise ausleben - im Namen "geistiger Hygiene".
              Robert C. Solomon in "Gefühle und der Sinn des Lebens".

         Erkenntnis im September 2001:
Freund. - Mitfreude, nicht Mitleiden, macht den Freund.
             Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches.

         Erkenntnis im August 2001:
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.
             Rabindranath Tagore

         Erkenntnis im Juli 2001:
Zum Sommerurlaub:
Die Last deiner Seele muß erst abgelegt werden; eher wird dir kein Ort gefallen.
             Seneca

         Erkenntnis im Juni 2001:
Wann immer du eine Entscheidung triffst, wann immer du handelst -
du     tust nicht nur etwas, du     wirst auch etwas.
           Tom Morris

         Erkenntnis im Mai 2001:
Unbeherrschtheit ist die Pest der Sinnenlust, Beherrschtheit jedoch keineswegs ihre Geißel, vielmehr ihre Würze.
           Michel de Montaigne, Essais

         Erkenntnis im April 2001:
Danach ist die Gutheit und Schlechtheit der Lust zu betrachten. Dazu ergeben sich vier Einzelfragen:
   1. Ist jede Lust schlecht?
   2. Angenommen, es verhält sich nicht so, ist dann jede Lust gut?
   3. Ist irgendeine Lust die beste?
   4. Ist die Lust Maß- oder Richtschnur, wonach gut oder schlecht im Sittlichen beurteilt wird?
           Thomas Aquin

         Erkenntnis im März 2001:
Der Reichtum der Möglichkeiten, Zusammenhänge ausfindig zu machen und sie zu erzeugen, sorgt für die Fülle des Sinns; sinnlos dagegen bleibt das, was ohne Zusammenhang ist.
           Wilhelm Schmid, Philosophie der Lebenskunst

         Erkenntnis im Februar 2001:
Und wir gewinnen als Erkenntnis: der Mensch, der glücklich sein soll, braucht wertvolle Freunde.
           Aristoteles, Nikomachische Ethik

         Erkenntnis im Januar 2001:
Vielfalt, die nicht zur Einheit gebracht wird, ist Konfusion;
Einheit, die nicht auf Vielfalt gründet, ist Tyrannei.
           Blaise Pascal

         Erkenntnis im Dezember 2000:
Der Charakter der ersten Lebenshälfte ist stets unerfüllte Sehnsucht nach Glück, der der zweiten die nur zu oft erfüllte Besorgnis vor Unglück: unglücklich sind beide.
Wenn, als ich jung war, geklingelt oder geklopft wurde, ward ich vergnügt, denn ich dachte, nun käme es.
Jetzt, wenn es klopft, erschrecke ich, denn ich denke: "da kommts´!"
           Arthur Schopenhauer

         Erkenntnis im November 2000:
Das Schöne ist genauso nützlich wie das Nützliche. Vielleicht sogar noch mehr.
           Victor Hugo.

         Erkenntnis im Oktober 2000:
Unsere Zeit wird uns teils geraubt, teils abgeluchst, und was übrig bleibt, verliert sich unbemerkt.
           Seneca.

         Erkenntnis im September 2000:
Die, die wirklich oder nur ihrer Meinung nach ungerecht behandelt wurden, erregen Furcht; denn sie lauern immer auf eine günstige Gelegenheit.
           Aristoteles.

         Erkenntnis im August 2000:
 Authentizität des Zwischenmenschlichen -
Es kommt nicht darauf an, daß einer dem anderen alles sage, was ihm einfällt, sondern darauf allein, daß er zwischen sich und dem anderen keinen Schein sich einschleichen lasse.
Es kommt nicht darauf an, daß einer sich vor dem anderen gehen lasse, sondern daß er dem Menschen, dem er sich mitteilt, an seinem Sein teilnehmen gewähre.
Auf die Authentizität des Zwischenmenschlichen kommt es an; wo es sie nicht gibt, kann auch das Menschliche nicht authentisch sein.
     Martin Buber: Das dialogische Prinzip.

         Erkenntnis im Juli 2000:
  Von der Nächstenliebe -
 Ihr drängt euch um den Nächsten und habt schöne Worte dafür.
Aber ich sage euch: eure Nächstenliebe ist eure schlechte Liebe zu euch selber.
Ihr flüchtet zum Nächsten vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue euer "Selbstloses".  
      Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

         Erkenntnis im Juni 2000:
  Nötigste Gymnastik -
 Durch den Mangel an kleiner Selbstbeherrschung bröckelt die Fähigkeit zur großen ab.
Jeder Tag ist schlecht benutzt und eine Gefahr für den nächsten, an dem man nicht wenigstens einmal sich etwas im kleinen versagt hat:
diese Gymnastik ist unentbehrlich, wenn man sich die Freude, sein eigener Herr zu sein, erhalten will.  
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

         Erkenntnis im Mai 2000:
 Philosophisch gesinnt sein -
 Gewöhnlich strebt man darnach, für alle Lebenslagen und Ereignisse     eine Haltung des Gemüts,     eine Gattung von Ansichten zu erwerben, - das nennt man vornehmlich philosophisch gesinnt sein.
Aber für die Bereicherung der Erkenntnis mag es höheren Wert haben, nicht in dieser Weise sich zu uniformieren, sondern auf die leise Stimme der verschiedenen Lebenslagen zu hören; diese bringen ihre eigenen Ansichten mit sich. So nimmt man erkennenden Anteil am Leben und Wesen vieler, indem man sich selber nicht als starres beständiges     eines Individuum behandelt.  
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

         Erkenntnis im April 2000:
 Nie umsonst. -
 Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst:
entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

         Erkenntnis im März 2000:
 Um die Erfinder von neuen Werten dreht sich die Welt:- unsichtbar dreht sie sich.
Doch um den Schauspieler dreht sich das Volk und der Ruhm: so ist "der Welt Lauf".
      Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.